über erziehung, manipulation und dem robotermodus

Jeder möchte nur das Beste für sein Kind, das ist aber oft gar nicht so einfach sich selbst vorzuführen was denn nun das ‚Beste‘ ist.

Die heutigen Erkenntnisse zum kindlichen Gehirn ergeben, dass die Erziehungsmaßnahmen von früher, welche viel mit Bestrafung und Belohnung zu tun hatten, nicht dazu führen, dass die Kinder lernen selbstständige und wohlüberlegte Entscheidungen zu treffen.

Diese Maßnahmen (oder auch Manipulation) führen vielmehr dazu, dass die Kinder aus Angst vor Strafe oder dem Wunsch zu gefallen sich so verhalten wie es von ihnen erwartet wird.

Ziel ist es aber doch eher, dass sich aus diesen kleinen Menschen selbstbewusste und selbstständige Personen mit einem eigenen Willen entwickeln und nicht ein Leben lang versuchen den Anforderungen, welche von außen gestellt werden zu erfüllen anstatt ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und auf deren individuellen Bedürfnisse zu hören.

Ein Kind, welches das Gefühl hat bedingungslos geliebt zu werden und eine gute und starke Bindung zu seinen Eltern hat, hat die besten Voraussetzungen zu einem Erwachsenen heranzureifen welcher nicht nur ein gesundes Selbstbewusstsein hat sondern auch glücklich ist,

Wichtig bei der bedürfnisorientierten Erziehung ist, dass man sich selbst nicht wie ein Roboter verhält, bedeutet im Klartext – auch die Mama hat Bedürfnisse, das Kind darf auch mal wütend sein, die eigenen Grenzen sind ebenso wichtig.

Grenzen – ein gutes Stichwort um eben auf Grenzen einzugehen. Kinder dürfen ebenso ihre eigenen Grenzen haben. Beispiel: Das Kind soll der Oma ein Küsschen geben – Sätze wie „gib der Oma ein Küsschen sonst hat sie dich nicht mehr lieb“ sind unzumutbar. Das Kind entscheidet über Körperkontakt und darf diesen auch verweigern. Ebenso wenig muss das Kind sein Lieblingsspielzeug oder Kuscheltier teilen wenn es das nicht möchte.

Wichtig ist, dass die Kinder sich selbst einschätzen und kennenlernen, Kinder lernen von vorleben und nicht von vorsagen. Als Mutter muss man sich deshalb nicht verbiegen oder auf dem Zahnfleisch gehen nur um alles richtig zu machen, die eigenen Bedürfnisse dürfen nicht zu kurz kommen.

Als Mutter darf man sich auch mal 5 Minuten Auszeit gönnen und entspannen und sich nicht schlecht fühlen wenn die Oma die Kinder mal zwei Stunden nimmt und man keinen Haushalt etc. macht sondern einfach entspannt und genießt.

Kinder brauchen eine liebevolle und einfühlsame Führung. Sie brauchen uns Eltern, die wissen was sie tun damit wir den Kindern so ein Vorbild sein können. Nur so können wir sie bestmöglich vorbereiten für die „große weite Welt“

Wir werden dadurch nicht auf Kinder stoßen, die nicht wütend sind oder zu allem „ja Mama mach ich“ sagen. Im Gegenteil sie werden ihren eigenen Willen entwickeln und das ist gut so. Für uns Eltern bedeutet das dann abwägen ob das Kind in dem Moment Orientierung oder Freiraum benötigt. Denn hinter jeder Reaktion steht ein Bedürfnis.

Es gibt genug Beispiele bei denen wir kleine Kompromisse mit den Kindern gemeinsam finden können. Sei es bei dem morgendlichen Anziehen oder die vielen Argumente die Kinder vorbringen können wenn sie ins Bett sollen. Vielleicht kann man in diesen Situationen immer etwas einbauen auf das sich das Kind freut? Oder die Entscheidungen z.B. über die Kleidung am Vorabend mit dem Kind zusammen treffen.

Wir müssen nur immer bedenken – Kinder kennen die Zeit nicht. Wir können es eilig haben, wir sind durchgeplant und unter Druck. Für Kinder gibt es diesen Druck nicht, sie kennen es nicht und haben kein Zeitgefühl für die Dinge. Hier müssen wir uns fragen, ist wirklich alles notwendig oder haben wir 10 Minuten welche wir damit verbringen der Biene beim Pollen suchen zuzusehen.